| Rettungshubschrauber: Standort in Gunzenhausen angestrebt |
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| Geschrieben von: Altmühlbote |
| Mittwoch, 24. März 2010 um 07:37 Uhr |
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GUNZENHAUSEN (dre) – Die Luftrettung in Bayern soll teilweise neu geregelt werden. Die Federführung liegt beim Innenministerium, doch es gibt wie immer in solchen Fällen politische Vorstöße – und Rangeleien – wegen des Standorts für einen zusätzlichen Rettungshubschrauber im Freistaat. Die Politiker im westlichen Mittelfranken machen sich geschlossen für Gunzenhausen stark. Bürgermeister Joachim Federschmidt hat vor kurzem öffentlich darauf hingewiesen, dass in Sachen Flugrettung Gunzenhausen und die gesamte Region bis nach Nordschwaben derzeit leider als weißer Fleck angesehen werden muss. Zwischen Nürnberg und Ulm, Ochsenfurt und Ingolstadt bestehe eine Versorgungslücke. Diese könnte man mit einer Station in Gunzenhausen schließen. Federschmidt wies auf die guten Voraussetzungen dafür hin: die große und fähige Unfallchirurgie im Kreiskrankenhaus, den vorhandenen Hubschrauberlandeplatz, den nahen Flugplatz und die BRK-Rettungswache. Es wäre einfach vernünftig, den weißen Fleck in der Mitte und nicht am Rande zu schließen, sagte Federschmidt dem Altmühl-Boten. Es gehe um einen Rettungshubschrauber, der nur tagsüber im Einsatz sein werde. Nachtflüge seien nicht vorgesehen. Nicht zuletzt würde ein solcher Standort für einen Rettungshubschrauber zur langfristigen Sicherung des Kreisklinikums auf dem Reutberg beitragen.Bis vor wenigen Tagen verströmte der Gunzenhäuser Bürgermeister allerdings keinen großen Optimismus bei diesem Thema. Er verwies auf ein Gutachten, das im Auftrag des Innenministeriums erstellt wurde und Gunzenhausen alles andere als favorisiert. Außerdem streiten sich derzeit in Schwaben Augsburg und Donauwörth um diesen begehrten zusätzlichen Standort, und im Ansbacher Raum machte man sich für die eigenen Belange stark – also für das Klinikum in der Bezirkshauptstadt. Inzwischen ist Bewegung in die Sache gekommen, nicht zuletzt auf Betreiben des hiesigen Stimmkreisabgeordneten Gerhard Wägemann (CSU). Der Weißenburger hat sich intern schon seit einiger Zeit für einen möglichen Rettungshubschrauber-Einsatzstandort Gunzenhausen engagiert. Er führte darüber Gespräche mit dem Weißenburg-Gunzenhäuser Landrat Franz Xaver Uhl und mit dem Kreisklinikum in Gunzenhausen. Einem Wettstreit zwischen Ansbach und Gunzenhausen konnte Wägemann nichts abgewinnen. Es würde überhaupt keinen Sinn machen und die Chancen eher noch verschlechtern, wenn beide ins Rennen gingen. Wägemann hat sich mit Innenminister Joachim Herrmann in Verbindung gesetzt und auf die nach seiner Meinung hervorragenden Bedingungen in Gunzenhausen hingewiesen. Damit meint er vor allem, dass Gunzenhausen »optimal im Radius liegt». Aber auch auf der Hand liegende sachliche Gründe sprächen dafür. Mit Zufriedenheit registriert er, dass der Landkreis Ansbach dies nun genauso sieht. Der Ansbacher Landrat Rudolf Schwemmbauer hat sich nämlich seinerseits an den Innenminister gewandt und ausführlich begründet, dass Gunzenhausen auch seitens des Landkreises Ansbach als bestens geeigneter Standort für den Rettungshubschrauber eingeschätzt wird. Wägemann bilanziert: Die Abstimmung im westlichen Mittelfranken sei damit gelungen. Die gesamte westmittelfränkische Region mit den Landkreisen Ansbach, Weißenburg-Gunzenhausen und Neustadt/Aisch-Bad-Windsheim sowie der Stadt Ansbach plädiere für einen Luftrettungsstandort Gunzenhausen. Der Weißenburger Abgeordnete weiß auch seinen Ansbacher Kollegen und Parteifreund Klaus Dieter Breitschwert hinter sich. »Nur mit einer einheitlichen Linie kann man, wenn überhaupt, etwas erreichen», betont Wägemann. Er warnt aber vor einer zu großen Erwartung. Das Ministerium werde Gunzenhausen sicherlich in die weitere Entscheidung einbeziehen, aber das Ergebnis sei völlig offen. Gestern meldete sich auch die Ansbacher Grünen-Abgeordnete Renate Ackermann zu Wort. In einem Schreiben an Minister Herrmann unterstützt sie ausdrücklich den Vorschlag des Ansbacher Landrats Rudolf Schwemmbauer, der sich für Gunzenhausen statt Donauwörth ausgesprochen hat. Gunzenhausen sei die deutlich bessere Wahl. Der Landkreis Ansbach sei ein Flächenlandkreis, und Autobahnen würden durch diesen Landkreis führen. Die Verkehrsdichte sei hoch, deshalb sei es wichtig, in Gunzenhausen einen Rettungshubschrauber zu stationieren, argumentiert Ackermann. Altmühlbote Online am 24.03.2010 |


