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Ein eigener Rettungshubschrauber für Gunzenhausen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Andreas Kunze   
Mittwoch, 18. August 2010 um 19:32 Uhr
GUNZENHAUSEN - Vier fränkische SPD-Landtagsabgeordnete haben sich in einem Schreiben gegen eine Verlegung des Rettungshubschraubers „Christoph“ von seinem Nürnberger Standort nach Gunzenhausen an Innenminister Joachim Herrmann gewandt.
 
Nach Auffassung des Nürnberger Abgeordneten Stefan Schuster ist es erheblich zielführender, die bestehende Lücke in der Notfallversorgung des westlichen Mittelfrankens durch einen regulären Rettungshubschrauber zu schließen, der speziell für Notfälle ausgerüstet ist. „Die Versorgungslücke besteht in Westmittelfranken und Nord-Württemberg", bestätigt die Haundorfer Abgeordnete Christa Naaß. 

Wie mehrfach berichtet, hatte sich ein überparteiliches Bündnis gebildet, das sich für einen Rettungshubschrauberstandort Gunzenhausen stark machte, um die bestehende Versorgungslücke zu schließen. Anfangs galt im Innenministerium trotz diverser Pluspunkte, die für Gunzenhausen sprachen, Donauwörth als Favorit. Doch nach einem Gespräch mit schwäbischen und mittelfränkischen Abgeordneten im Juli, an dem neben Innenminister Joachim Herrmann auch Ministerpräsident Horst Seehofer teilgenommen hatte, gab es eine Entscheidung für Augsburg als Standort.

Intensivtransporthubschrauber steht nicht rund um die Uhr zur Verfügung

In der Folge überlegten verschiedene Stellen, wie der weiße Fleck in Westmittelfranken geschlossen werden könnte. Eine Idee dabei war, den Intensiv-Transporthubschrauber (ITH) aus Nürnberg abzuziehen. „Auch aus Sicht der Rettungsdienste ist der ITH Christoph Nürnberg nicht geeignet, bestehende Lücken der rettungsdienstlichen Versorgung Westmittelfrankens zu füllen“, stellte Stefan Schuster nun klar.

„Der Intensivtransporthubschrauber ist ausschließlich für den Sekundäreinsatz, die Verlegung von Intensivpatienten von einem Krankenhaus ins andere ausgelegt und steht in dieser Funktion allein zeitlich nicht rund um die Uhr zur Verfügung“, sagte Schuster. Deshalb brauche es für Westmittelfranken einen weiteren Rettungshubschrauber.

Gemeinsamer Standort über Ländergrenzen hinweg

Naaß, die anfangs durchaus für eine Nürnberger Lösung offen war, bewertete die Situation inzwischen anders und verweist darauf, dass neben Westmittelfranken auch Nord-Württemberg von der Versorgungslücke betroffen ist. „Da liegt es auf der Hand, dass man versuchen sollte, über die Ländergrenzen hinweg zu arbeiten und man mit der Landesregierung von Baden-Württemberg eine Lösung mit einem gemeinsamen Standort in Gunzenhausen findet.“

Dem Vorstoß Schusters haben sich auch die SPD-Abgeordneten Helga Schmitt-Bussinger und Angelika Weikert aus Nürnberg sowie Horst Arnold aus Fürth angeschlossen. 

Altmühlbote Online am 24.03.2010